2.Budenheimer Garde-Stehung.
Und da wackelt die Backstubb!
Ein Feuerwerk der guten Laune brannte die Dalles-Ehrengarde mit ihrer zweiten Garde-Stehung ab. Und wer nach dem durchschlagenden Erfolg der ersten Stehung im vergangenen Jahr geglaubt hatte, das damalige Bombenergebnis der fünf Jahre jungen Budenheimer Garde sei nur schwer zu toppen, der wurde jetzt eines Besseren belehrt. Die DEG hat auch in diesem Jahr erneut in Klein’s Backstubb keine kleinen Brötchen gebacken und wieder mit überwiegend Garde eigenen närrischen Kräften ein Top-Programm präsentiert.
20.11 Uhr: Zählappell - Owermaschoresse Petra von Matt und zu Scheibe muß eingestehen: „Da scheint uns einer abhanden gekommen zu sein“ – und ausgerechnet der geistliche Beistand der Garde, Feldkurat Johny fehlt. Gardespieß Antonius vom Hof versucht es fix per Handy, doch der Kontaktversuch schlägt fehl; aber es sickert durch, der Gesuchte habe sich kirchendienstlich vorübergehend nach Indien abgesetzt.
Also schnell in medias res: In kaum zu unterbietender Kürze schafft es der Prolog, den Närrinnen und Narren zu hinterbringen, dass anlässlich der Wahl eines weiblichen Garde-Oberhauptes (Owermaschoresse) ein Garde-Jahr der Frau proklamiert wurde: „ Drum auf all die Schönen ein Helau, denn sie sind doch – und das nur zählt, (einmal vom Manne abgesehn) das Allerschönste auf der Welt!“
Zwar nit de Allerscheenste, aber doch ganz schee schee, der Frauenschwarm von vorn bis hinne, Ex-OMA Alex. Dass er nicht nur für Medscher viel Gespür hat, sondern ebensolches für die richtige, dem jeweiligen Anlass angemessene Feder für seinen Gardehut aufweist, ließ ihn als bunten Paradiesvogel erscheinen, der sich bei aller Farbenvielfalt nie eine fremde Feder an den Hut steckte. Die Reaktion des närrischen Publikums: Der erste, schon herbeigesehnte Garde-Durchzug.
Mit seiner speziellen Vorliebe für den Budenumer Wäldchenloch-Wein, dem Premier-Cru-Gewächs vom Rhein, hielt der Musikus Nikolaus von und zu Grauburgund nicht hinterm Berg. Da bekanntermaßen die Wahrheit im Wein liegt, musste sich so mancher wichtige –oder sich für wichtig haltende Zeitgenosse ein deutliches Wort ob so mancher falschen Töne anhören.
Mit „Ahs“ und „Ohs“ begleitet betrat die Budenheimer Garde-Callas vom Dalles und Ex Lindenkönigin Silke die nicht vorhandenen Bretter, die die Welt bedeuten. Sie beherrscht ebenso die leisen Töne wie dann auch wieder die fetzigen Fastnachts-Ohrwürmer, die die Narrenschar in der Arena – pardon - in der Backstubb zum Mitsingen und Mitschunkeln animierte.
Ein erneuter Handy-Kontakt-Fehlversuch; und dann wieder ein voller Treffer; das närrische Publikum wurde Zeuge von Szenen einer ganz alltäglichen Ehe, die sich so oder so ähnlich in der Fasnachtszeit abspielen können. Dass sich die alte Schachtel Petra und der alte Sack Claus dann letztlich doch noch auf ein gemeinsames Helau verstehen konnten, gehörte zu dem köstlich-komischen Possenspiel.
Durchzug und drei mal elf Minuten Pause, während der die von Garde-Gourmet KaJo kreierten Festplatten gereicht wurden. Keiner der mehr oder weniger schlanken Stehungsteilnehmer, dürfte nach dieser närrischen Diät-Darreichung über Gewichtszunahme geklagt haben.
Passend zum Garde-Jahr der Frau hatte der Meenzer Domsgickel seine Fraa nach Budenum geschickt. Kein Geringerer als der jenseits des Lennebergs Kultstatus genießende Gardefreund Peter Beckhaus aus Gunsenum hatte sich in das bunt schillernde, prachtvolle Hennenkostüm gezwängt und begeisterte mit seinen Liedern seine Budenheimer Fangemeinde. Als sein lautstark gefordertes Feierwehr-Lied als Zugabe erklang, da wahrlich wackelte die Backstubb.
Mit ihrer „Balade von Budenum un drumerum, musikalisch bearbeitet – mal flott un mal steif – für Brotmaschin un Hundepeif“ knüpften die in feines, schwarzes Tuch gewandeten beiden Bänkelsänger, Antonius vom Hof und Karl Heinz von Heile zu Gänsje erfolgreich an ihren Vorjahreserfolg an. Von der Eingemeindungsdiskussion, über den Gardisten-Umfall am Lennebergturm bis zur mutigen Wahl einer Owermaschoresse wurde das Ortsgeschehen durch die Brotmaschin gedreht un abgepiffe.
Als todsicherer Erfolgsgarant beim Angriff auf die Lachmuskeln der Närrinnen und Narren gilt der Sitzungspräsident des Mainzer Narrenclubs und Freund der Dalles-Ehrengarde. In seiner traditionsschweren Rolle als Nachtwächter schafft er es immer wieder – selbst zu vorgerückter Stunde – sein Publikum zum Mitmachen bei seinen urkomischen gesungenen Versen zu bewegen und dem gesamten Programm ein besonderes Glanzlicht aufzusetzen.
Erneute Kontaktaufnahme zum Garde-Abbémit mäßigem Erfolg; schlechter Empfang, denn „weil hier die Winde kräftig blosen und die Wellen mächtig tosen, ganz kurz nur und so viel für heut, bin bald zurück, wünsch euch viel Freud!“
Wahrlich nicht das Letzte, sondern die Letzten im Programm: die hinlänglich und ortsbekannten Rackys als Budenumer Gassekehrer, denen aufgegangen ist, dass es seit einiger Zeit im Ort immer weniger Flaschen gibt – leere Flaschen natürlich, für die es Pfand gibt; die sich ihre Gedanken machen, wo sich die Gäste des geplanten Großen Budenumer Wei-Fasses am Rhei-Ufer Erleichterung verschaffen können. Aber auch sehr Persönliches kam da zur Sprache, wie etwa, wo und wie man seine Gemahls-Gattin kennengelernt hat. Mit solcher Art Eingebungen hatte das urkomischen Zwiegespräch die Lacher bis zum Schluss auf seiner Seite.
Neben wortgewandten und sangesfreudigen Aktiven trugen zum Gelingen ihr Äußerstes bei: Die Kapelle Thomas Mühlbauer; die Ton- und Videotechniker Dirk und Oli; mit ihrer Backstubb-Verschönerung Katja and friends; mit der leiblichen Betreuung durch Speis und Trank (außer Wäldchenloch-Wei) Solvey und Uwe sowie ganz besonders das stand- und trinkfeste sowie begeisterungsfähige närrische Publikum.
Unter weiblichem Kommando
Dalles Ehrengarde ruft OMA5 aus
(oma2) Irgendwie war man etwas an die erste Mondlandung vor 42 Jahren erinnert, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat und dabei den bedeutungsschweren Satz sagte: „Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen aber ein riesiger Sprung für die Menschheit!“ – Und doch war es ganz anders, als sich die Dalles Ehrengarde genau drei Monate vor dem Kampagnenstart 2012 am 11 im 11 im Lichtenberg’schen Serail versammelte, um OMA4 – „Owermaschores Alexander von Kurz über Lang, dem Bewahrer vor allen Risiken und höherer Gewalt“ Anerkennung zu zollen und Dank zu sagen für die zurückliegende Kampagne. „Er hat sie meist schnell redend und oft reimend - aber auch leider einmal singend – doch alles in Allem für die Garde zu einem großen Erfolg gemacht und nun auch zu einem guten Ende gebracht“, so das einhellige Lob der Aktiven. Zu insgesamt 318 uniformierten Frau- und Mann-Einsätzen bei 32 mehr oder weniger närrischen Sitzungen, Umzügen und fasnachtlichen Ereignissen konnte OMA4 die Dalles Ehrengarde in der heißen Phase der Kampagne 2011 motivieren.
Und recht geschickt gelang es dann dem scheidenden OMA4 auch noch, die ihm Garde-seitig entgegengebrachten Sympathien weiter zu steigern, in dem er das „Beutegut“ aus der letzten Kampagne (überwiegend flüssige Nahrung und Wegzehrung), das die Garde als Entlohnung für Eskortierungen eingeheimst hatte, per Los unters Volk brachte.
Dass ihm dabei aber seine Vorliebe für gereimte Alltagsweisheiten übermannte. „Die sauerst Brie werd zum Gedischd, wenn mer se mit ner Cola mischt“, kostete ihn quasi in letzter Minute die ehrende Auszeichnung als „Mundschenk des Gardekommandos“. Dies zumal er wenige Wochen zuvor alle seine dem Wein nicht abholden Amtsvorgänger in einer Rheingauer Weinstubb mit seiner Garde-unstandesgemäßen Bestellung einer dort unbekannten „Cola-Weiß“ in eine vinologisch äußerst peinliche Situation gebracht hatte. Es is halt wie es is! – Doch ein noch so junger Alt-Owermaschores hat sicher noch ausreichend Gelegenheit zur Geschmacks-Nerven Verfeinerung.
Abt. Antonius (Leiter der munteren CCB-Abteilung) und Ur-Ur-Ur-Alt-Owermaschores belobte, bedankte und verabschiedete Alexander und wünschte ihm einen stets närrischen unruhigen Ruhestand im Garde-Kommando. Dem Ur-Alt-Owermaschores KaJo von Licht am Berg, der für das leibliche Wohl gesorgt und sein Anwesen für das Gardetreffen im Stil von „Tausend-und-eine Nacht“ zauberhaft herausgeputzt hatte, galten Lob und Dank all derer aus Budenum un von drumerum, die unter einem sternenübersäten, klaren Nachthimmel mit morgenländischer Üppigkeit das Gardefest der munteren CCB-Abteilung begingen.
Dann war er da, der Moment zwischen Abschied und Neubeginn – zwischen Erinnerung und Erwartung als zunächst ganz zaghaft und verhalten, dann aber anschwellend und keinen Widerspruch duldend der Ruf „Petra! –Petra! – Petra!“ erscholl. Auch wenn das ganze Ambiente dazu passte, es handelte sich nicht um die Entführung aus dem Serail und es war auch kein Theater, denn da hätte der Herold kund getan: „Der König ist tot – es lebe der König!“ Auf dem Petersplatz hätte man den weißen Rauch bejubelt und die Botschaft vernommen: „Habemus Papam!“. Aber all das war es nicht, denn die Dalles Ehrengarde kennt keine Ränge und Dienstgrade, und schon gar nicht einen König. Auch Rauchzeichen gab es keine – abgesehen die vom Grill. Und außerdem hätte es „Habemus Mamam“ oder „Königin“ heißen müssen, denn OMA5 ist eine Frau.
Für die neue Owermaschoresse „Petra von Matt und zu Scheibe, gebürtige von Hanach zu Rabenkopf und Ziehmutter der Hundestaffel“ war die Ausrufung ein klarer Vertrauensbeweis, für so manchen Gardisten aber sicher ein riesiger Sprung über den eigenen Schatten. Doch die Reaktion eines skeptischen Schattenspringers „Es hat gar nicht so weh getan!“ ist Beweis, dass die Dalles Ehrengarde nicht in alten Denkkategorien gefangen ist, sondern mit gutem Gespür und Augenmaß sich „Neues“ zu wagen traut. Der Gardesatzung gemäß amtiert der jeweilige Owermaschores immer nur eine Kampagne und deshalb folgt nun auf die „2011er Deftigkeit“ die „2012er Lieblichkeit“, die als Grauburgunder bekennende OMA5 dem Gardespruch „Weck, Worschd un Woi“ wieder zu uneingeschränkter Geltung verhelfen will.
Dass aber der Bezug auf die Mondlandung vor 42 Jahren nur ganz bedingt und nur einen Sternschnuppen-Augenblick lang taugt, macht ein bekannter – nach wie vor zutreffender Schlager deutlich, den lange nach Mitternacht der Bürgermeister von Vorderwalluf auf seinem langen und beschwerlichen Heimweg vor sich hin gesummt haben soll: „Auf dem Mond da blühen keine Rosen – auf dem Mond gibt’s keinen Mondenschein; Auf dem Mond da blühen keine Rosen – da gibt’s nirgendwo Musik und Wein“.
Enorm in Form
DEG inkognito on Tour
Was macht man als Gardist im Mai? -
Elf Wochen schon Fastnacht vorbei,
davon sechs Wochen, liebe Leit,
ganz konsequent war Fastenzeit.
All das, woran man sich gewöhnt,
war all die Zeit ganz streng verpönt;
trockne Weck gab’s ohne Worschd,
un HzweiO gegen de Dorschd.
Und dann, wie’s Ostern immer war,
ruft jeder froh „Halleluja“
und nährt sich bis zur Maifeier
ausschließlich nur von Ostereier.
Dem Garde-Kommando gebührt
Dank, weil’s rechtzeitig hat gespürt,
dass Eier, Weck und HzweiO
wärn glatt der Garde ihrn Ko.
Und also lautet der Beschluss,
dass sich das schnellstens ändern muss,
und zwar nicht nur des Leibes wegen,
auch geistig sollte man sich regen.
So hieß dann OMA IV‘s Dictum:
Treffpunkt ist’s Heimatmuseum;
Danach mit unbekanntem Ziel
geht’s weiter; - alle in Zivil!“.
Dem Ortschronisten sei gedankt,
der heimatkundlich aufgetankt,
all den Gardisten nah gebracht,
was unsern Ort liebenswert macht.
Äbtissinnen und Barone,
Blütenkönig Heil sei Krone,
Fastnachtsorden und Symbole,
aus der Inflation viel Kohle,
Urkunden und bunte Bildcher,
alte Handwerker ihr Schildcher,
Retrospektive wunderbar:
Budenheim wie’s früher war.
Nach etwas mehr als einer Stunde
war Schluss dann mit der Heimatkunde
und die Gardisten in Zivil
begaben sich zum nächsten Ziel.
Forsch wurd‘ am Rhein die Möv‘ geentert,
jedoch so, dass sie nicht kentert,
dann ging es übern große Fluss
und dann noch weiter – doch zu Fuß.
Dorten im fremden Hessenland
am Wallufer Schwemmland-Sandstrand
begrüßte man erleichtert froh
das Garde-Voraus-Kommando.
Schön kann ein Etappensieg sein
mit Weck, Worschd und Rheingauer Wein;
doch wie’s mit solchen Siegen ist,
sie sind meist nur von kurzer Frist.
Gen Westen ging‘s nun akkurat
auf dem berüchtgen Rhein-Lein-Pfad,
wo viele Mountainbiker hecheln
und Fußgänger dort oft verröcheln.
Zunächst noch mild abendbesonnt
dräut dann eine Gewitterfront
plötzlich über Alta Villa,
und wir – zum Glück – wir waren da.
Am Fuß der Burg – sicher beschirmt –
wartet man, bis es nicht mehr stürmt;
erhobnen Hauptes ging’s sodann
am Weinstand unter Platanen entlang.
Rechts ab jetzt in die alt Leergass –
wir warn trocken, die meisten platsch nass –
dann links ins Schmiedegässchen rein,
da sollt das Ziel, die Weinpump sein.
Die Garde hat dort ungeniert
die Weinpump einfach requiriert,
zum Feldlager umdeklariert
und sich genüsslich hin platziert;
die Wein- und Speisekart studiert,
mit der Weinpump-Wirtin parliert,
Bestellungen exekutiert
und bald schon wurde auch serviert.
Ganz vorzüglich wurde diniert,
manch Weinchen dazu auch probiert,
nur einer, der war indigniert,
weil er sich fühlte angeschmiert.
Es fehlt in sein’m gespritzten Schoppen
die Bläscher, die nach oben ploppen,
drum wollt de Bub ne Cola-weiß,
doch unbekannt war dieser Mix.
Zwar gab’s noch einen weit‘ren Fall –
doch Schwamm darüber, scheißegal ;
ein Rat jedoch zu Blumedippe:
man sollte besser drüber hippe.
Am Weinstand dort unten am Rhein
bei einem letzten Gläschen Wein
gestand so mancher heimlich ein:
„Schön ist’s D-E-Gardist zu sein“.
Dann mahnt der Fährmann zur Beeilung
die muntre CCB-Abteilung:
mit der Libell vom Hessenstrand
ging’s zügig heim ins Heimatland.
Und dort sprach OMA IV zum Schluss:
„Ich sag jetzt, was gesagt sein muss:
Bereits im Mai, s’ist ganz enorm
ist unsre Gard‘ in Spitzenform“.
Der Garde-Gottesdienst 2011 in der Dreifaltigkeitskirche
Was Meenz kann, kann Budenum auch
und so ist’s hier inzwischen Brauch:
Zur Fastnachtszeit die Garde geht
in Uniform fromm zum Gebet.
So hatt‘ die Kirche eingeladen
Mitglieder aller Fastnachts-Garden,
weil Kirch und Fastnacht ganz bestimmt
nicht so wie Kain und Abel sind.
In Meenz, da sind’s Riesenmassen,
die kann der Dom fast nicht mehr fassen;
in Mumbachs Nikolaus, so munkelt
man, da wurde gar geschunkelt.
Doch „Heilgen Bimbam“ und sogar ein „Helau“ und „Helauluja“ hat man hier Sonntag nicht gehört,
weil’s manchen Gläubigen doch stört.
Es zogen desterwegen drum
Gardisten ohn‘ Brimborium
zusammen mit der Geistlichkeit
ein in die Kirch Dreifaltigkeit. –
Des Pfarrer Ritzerts Predigt war gereimt, humorvoll, ernst und klar: „Zum Glück lehrt uns die Fassenacht,
Humor ist, wenn man trotzdem lacht“.
„So kann man die Erfahrung machen,
dass man mit Frohsinn und mit Lachen
in dieser Welt oft mehr bewegt,
als wenn man grübelnd überlegt.“
Die Fürbitten sprachen so dann
zwei Garde-Frauen und ein –Mann;
bevors dann hieß: „Geht hin in Frieden!“
wurd man vom Pfarrer noch beschieden:
„Dank Euch, die Ihr all gekommen,
ihr Narren, Ernsten und auch Frommen;
vor allem der Garde in närrischer Pracht,
die ihr schee Fahn hat mitgebracht“.
Und weil die Frag‘ ihn drückt gar schwer:
„Narrhalla stets voll un die Kirch meist leer“,
meint er noch, er fänd‘s wirklich schön,
würde man öfters sich hier wiedersehn. –
Und es kam so, wies kommen muss,
das „Amen“ zum Garde-Gottesdienst-Schluss.
Und dann beim Empfang im festlichen Bau
erscholl auch wieder das:
„Dreimal Helau!“
Im Jahre elf die Garde macht die etwas andre Fassenacht
(in de Wein-Klein-Backstubb)
Die vier Jahre junge Dalles-Ehren-Garde hatte ihre Freunde und Förderer zur ersten Garde-Stehung in die klein-Wein- Backstubb eingeladen. Und die über „70 Ehrengäste“ der närrischen Premiere „In Jahre 11 die Garde macht die etwas andre Fassenacht“ erlebten in 205 Minuten ein wahres fastnachtliches Feuerwerk mit Spitzenvorträgen, Gesang, Komik und einem kalorienreduzierten Vier-Gang-(Quattro) -Spaß-Menue, von dem garantiert niemand zugenommen hat.
20 Uhr 11 – Tusch – Los geht’s – Der Prolog! – Er ist quasi der Hinweis auf Risiken und Nebenwirkungen der Stehung, die weder Komitee noch Kaiser und König hat. Dass dabei dem Einen oder Anderen das Eine oder Andere ungewohnt und etwas ungereimt erscheinen könnte, begründete Gardist Nikolaus von Hanach so: „Nicht alles was sich reimt ist ein Gedicht, denn auch nicht alles was zwei Backen hat, ist ein Gesicht.“
Dafür gab’s „Weck, Worschd un Woi aus Gunsenum“ und den ersten Durchzug des Abends. (Wo andre die Sau rauslassen, gibt’s bei der DEG einen Durchzug!).
Dann erklomm nach dem ältesten der jüngste Gardist, Schildträger Fabian, die Narren-Treppe, um witzig und schlagfertig als Garde-Kadett aus der Garde-Schule zu plaudern; auch über den Stress des amtierenden Omas und er prophezeite, dass „Alex, Garde-Oma IV – heut noch so wild wie‘n junge Stier, so alt aussieht, wenn die Kampagn‘ vorbei, wie die Alt-Omas eins, zwei und drei“.
Der blaue Gardist Holger, Meister des geflügelten Rades mal nachdenklich mit Bedenkenswertem und dann wieder forsch mit der Ankündigung: „Wenn wir jetzt die Backstubb rocke, bleibt keiner in de Ecke hocke!“
Stärkung des Publikums. Den ersten Gang „Saures“ kredenzen Gardistinnen Birgitta von Hippdebach und Petra von Matt und zu Scheibe, sowie die Garde-Marketenderin Giselle von Id und zu Stein.
Auftritt des Nachtwächters, der mit den unglaublichsten nicht nur nächtlichen Begebenheiten das Zwerchfell aller Zuhörer arg strapazierte. Adi Guggelsberger, der als Freund der Garde kam und einen ganz großen Anteil am Erfolg der ersten Stehung hat. –
Ein Stern am Gardehimmel, die „Callas der Garde“, Gardistin Silke. Sie konnte bereits als Pankratia große
Erfolge auf der närrischen Rostra verbuchen und verlieh nun mit ihren Liedern der ersten Garde-Stehung festlich-närrischen Glanz.
„Dass Rainer Becker dem Racky sei bei de Bürgermeister-Wahl-Sieges-Feier angebrennt Hos erst dann ersetze will, wenn aach dem sei Kittel brennt“, wussten die beiden Budenumer Gassekehrer, Gardist Wilfried von Vorderwalluf und sein Adlatus Jo Achim auf tränentreibende Weise, neben so manch anderem Ortsklatsch, zu
berichten.
Feierlich und dem großen Ereignis angemessen gings zu, als der Abgesandte der Unesco, das Budenumer Fasnachts-Urgestein Günter Hattemer, verkündetet: „Budenheim zählt ab sofort zum Weltkultur-Erbe!“ Ein ganz gewichtiger der insgesamt elf guten Gründe für diese Wahl sei, dass nun auf dem Glashütte-Gelände ein Flughafen gebaut werde, damit die Golf-Asse aus aller Herren Länder schneller anreisen könnten. – Wie für alle Mitwirkende gibt’s auch für diese frohe Botschaft Weck, Worschd un Woi und einen Durchzug.
Rätselraten dann. – War‘n das zwei Budenumer Gentlemänner oder gar zwei Abgesandte
eines Bestattungsinstitutes. Auf jeden Fall die bestangezogenen Budenumer an diesem Abend, die in einem „Rundumschlag für Bänkelsänger mit Brotmaschine und Hundepfeife“ lokales Geschehen aufs Korn nehmen. So meinten die Gardisten Antonius von Plan und Quadrat sowie Oberbimmler Karl-Heinz von Heile und Gänsche:
„De Lennebergturm gehört jetzt de Budenumer, was e Freud! – Er schützt uns vor allem vor Gunsenumer Leit“.
Oma IV, Gardist Alex von Kurz über Lang, hatte als Schlussredner da eher Probleme mit Mumbach un der Route des Schissmellezug bevor er sich als Garde-Beatle und Budenumer Beau in die Herzen der Budenumer Friseurinnen-Innung redete. Aber all seine Sprüch sind Achermittwoch wieder Schall und Rauch, denn wie meinte schon zu Beginn der Garde-Kadett: „Is Fassenacht erst mal vorbei, sieht der aus, wie die alten Drei“.
Großes Finale – Letzter Durchzug – Ovationen – Aus!